Kölnische Rundschau, 07/2008
8. Juli 2008
Große Erwartungen an "Pamplona"
Kölner Pi-Filmproduktion setzt auf internationale Projekte - Auch in Cannes vertreten
von Christoph Mathieu
Mehrere tausend Euro investierte die Filmstiftung NRW in das Pi-Filmdrehbuch „Pamplona“. Ein Melodrama, das während der berühmten Kampfstier-Läufe spielt. Es soll eine internationale Koproduktion und das erste große Projekt der Firma werden. Andere Aufträge beschäftigten sich mit Komödien im Weltall oder Horrorgeschichten für den DVD-Markt.
Köln - Im Regal steht der trommelnde rosa Hase aus der Duracell-Werbung. Gleich daneben der komplette Brockhaus, ein Filmprojektor und ein kleiner Glaspokal. Das Regal selbst steht in einem kleinen Büro an der Lützowstraße, das seit über einem Jahr Sitz der „Pi Filmproduktion“ ist. Sein Inhalt verrät viel über die drei Produzenten dieser Firma: Sie sind ausdauernd und belesen, sie arbeiten für den Film und haben erste Erfolge zu verbuchen.
„Wir können mit unserem ersten Firmenjahr wirklich zufrieden sein“, sagt Christopher Becker (27), sein Kollege Johannes Sievert (39) ergänzt: „Wir stehen da, wo wir nach einem Jahr mit der Firma stehen wollten. Allerdings ist vieles anders verlaufen, als wir gedacht haben.“ Ende 2006, nach ihrem gemeinsamen Regiestudium an der Internationalen Filmschule am Friesenplatz, entschlossen sich die beiden, sich zusammen mit ihrem Kommilitonen Moritz Grenzebach (28) selbstständig zu machen. „Bei der Firmengründung hatten wir die Unterstützung des AV Gründerzentrums NRW, das jedes Jahr Stipendien vergibt“, erklärt Grenzebach. „Die innovativsten Firmenkonzepte werden mit 10 000 Euro unterstützt und bekommen Starthilfe durch kompetente Berater.“
Innovativ an dem Firmenkonzept der drei Filmstudenten ist ihre Konzentration auf Genre-Filme. „Von denen gibt es in Deutschland einfach zu wenig“, findet Becker. „Die Leute wollen ins Kino gehen, sich entscheiden, ob sie eine Komödie, einen Thriller oder einen Horrorfilm sehen wollen, und das dann auch geboten bekommen. Bei vielen deutschen Filmen weiß man nicht, was man bekommt.“
Neben den 10 000 Euro, die sie als Startkapital für das erste Jahr bekommen haben, halten Becker, Grenzebach und Sievert die Firma mit kleinen Werbefilmen am Laufen. „Wir haben für lokale Unternehmen gedreht, aber auch für die Telekom gearbeitet“, sagt Sievert. „Außerdem gab es im letzten Jahr schon eine Drehbuchförderung für ein Projekt.“
Mehrere tausend Euro investierte die Filmstiftung NRW in das Pi-Filmdrehbuch „Pamplona“. Ein Melodrama, das während der berühmten Kampfstier-Läufe spielt. Es soll eine internationale Koproduktion und das erste große Projekt der Firma werden. Andere Aufträge beschäftigten sich mit Komödien im Weltall oder Horrorgeschichten für den DVD-Markt. Dinge also, von denen es in Deutschland tatsächlich noch nicht viele gibt. „Und wir scheinen auf einem erfolgreichen Kurs zu sein“, meint Becker. „Immerhin haben wir schon ein paar kleinere Filmpreise gewonnen, und der Kurzfilm ,Absolution', den wir koproduziert haben, lief in Cannes.“
Dass der weitere Weg trotzdem nicht leicht sein wird, ist ihnen klar. „Wenn die Firma weiter wachsen soll, müssen wir schon Jahre im Voraus planen und immer Projekte anschieben“, sagt Sievert. „Genre-Filme sind in Deutschland schwer zu finanzieren. Deswegen müssen wir auf internationale Koproduktionen setzen.“ Grenzebach ergänzt: „Unser Logo, die Zahl Pi, ist ja immerhin auch ein internationales Zeichen.“
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