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filmecho/filmwoche, 04/2004
10. April 2004
Mike Figgis an der ifs
"Anstelle einer echten Darstellung bekommt man geschnittenen Schwindel", beklagte sich der britische Filmemacher Mike Figgis nach seinen schlechten Erfahrungen mit Hollywood, wo das Studio seine Therapeutin-Klient-Beziehungsgeschichte "Mr. Jones" ruinierte und zu einer Massen-kompatiblen Happyend-Story umschnitt. Figgis Rache war das auf Super-16 gedrehte Alkoholiker-Portrait "Leaving Las Vegas", das ihm zwei Oscar-Nominierungen (Regie, Buch) und Nicolas Cage die begehrte Trophäe einbrachte. Das Gefühl mit der Kamera auf der Schulter einzutauchen in die Szenerie, im Stile des frühen US-Indipendentkinos á la Cassavetes mit den Schauspielern zu verschmelzen, inspirierte ihn auch dazu, mit der Digitaltechnik zu experimentieren. Diese Erkenntnisse vermittelte er in einem dreitägigen Workshop vom 22. bis 24. März an der Kölner ifs jungen Schauspielern, an dessen Ende im Off-Broadway-Kino die öffentliche Vorführung seines 2000 entstandenen, digital aufgenommenen "Timecode" stand. Der Regisseur, Autor, Produzent, Kameramann und Komponist Mike Figgis setzte sich selbst ans Mischpult, um mit dem Ton das Publikum durch ein spannendes Experiment zu lenken: Denn auf der gesplitteten Leinwand laufen vier Handlungsstränge parallel ab, die irgendwann an einem Nachmittag um 3.00 Uhr in Hollywood beginnen. Ohne Schnitt begleiten die Kameras 90 Minuten lang die Protagonisten, deren Wege sich auf den verschiedenen Bildebenen kreuzen. Eine Geschichte aus dem Filmgeschäft, wie immer bei Figgis, angesiedelt im Spannungsfeld zwischen Sex und Tod. Dabei geht es Figgis weniger um "greifbare Ergebnisse", als um die Erfahrungen und Begegnungen, die seine Protagonisten während ihrer schier endlosen Gänge durch Korridore, Straßen, Häuser und Räume machen. Als Mike Figgis den Platz hinter dem Mischpult mit dem auf dem Podium tauschte und in einem von der ifs-Geschäftsführerin Simone Stewens launig geführten Interview von der Arbeit hinter den Kulissen erzählte, hatte man wie selten bei ähnlichen Veranstaltungen das Gefühl, dass hier einer es versteht, auf und vor der Leinwand sein Publikum ernst zu nehmen und es in neue Dimensionen der Wahrnehmung zu entführen.
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ifs-Film erhält Studenten-Oscar 2012 in Bronze Der ifs-Abschlussfilm "Die Schaukel des Sargmachers" (Regie/Drehbuch: Elmar Imánov, Produktion: Eva Blondiau, Editing/Sounddesign: Bastian Bothe, Kamera: Driss Azhari) hat bei der Verleihung der Student Academy Awards am 9. Juni 2012 in der Kategorie "Foreign Film" den Oscar in Bronze gewonnen.
Hier sehen Sie Bilder von der Preisverleihung |
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