Youtuber als beliebtes Berufsziel

Profis geben Tipps für Einstieg in Medienberufe – Eigene Kanäle im Internet angesagt
 

Kölnische Rundschau, 12.06.2017

Medienfest NRW ifs-Infostand © ifs

Köln: Im Bereich der Medien arbeiten zu wollen, das steht bei Jugendlichen noch immer ganz hoch im Kurs. Tausende kamen am Samstag aus ganz NRW zum Medienfest, das in diesem Jahr zum ersten Mal im VHS-Forum und den Räumen des angrenzenden VHS-Studienhauses am Neumarkt stattfand. Zu 200 Berufsprofilen aus der Medienbranche konnten sich die Berufseinsteiger an rund 30 Info-Ständen informieren und erste Kontakte zu Medienprofis von TV-Sendern, Games-Studios, Werbeagenturen, Verlagen und Journalisten- und Filmschulen knüpfen. Besonders begehrt waren die zahlreichen Seminare und Expertenrunden zu Themen wie »Redaktion und Moderation«, »Berufe in der Games-Branche« oder doch das neue Berufsziel »Youtuber«. Letztgenannte standen gerade unter den jüngeren Besuchern ganz hoch im Kurs. Viele Schüler wollten sich von dem erfolgreichen Youtuber Cedric Engels, alias »Dr. Whatson« Tipps für die eigene Youtube-Karriere holen. Und mussten sich anschließend von der Vorstellung verabschieden, mit einem schnell gedrehten Klamauk-Video, den eigenen Schminktipps oder einer Spiele-Rezension so erfolgreich wie die Vorbilder werden zu können.

Viele Youtuber leben für ihren Kanal

»Viele erfolgreiche Youtuber sind unfassbar fleißig, arbeiten Tag und Nacht, leben geradezu für ihren Kanal«, sagte Carolin Hengholt, Autorin des Buches »Youtube – Spaß und Erfolg mit Online-Videos«. Neben der Leidenschaft für ein bestimmtes Thema, Kreativität und Authentizität vor der Kamera, müsse man sich »durch eine Menge Tutorials beißen«, sich autodidaktisch mit den Grundlagen der Kamera- und Ton-Technik auseinandersetzen, und lernen die richtigen Metadaten zu setzen, damit das selbstgedrehte Video im Netz auch gefunden wird.
Durchhaltevermögen ist gefragt: »Pro Woche sollte man mindestens ein Video einstellen.« Manchmal dauere es trotzdem Jahre, bis die Bekanntheit steigt. Auch wenn es nicht gelingt das Hobby zum Beruf zu machen – es sei eine gute Möglichkeit für sich selbst herauszufinden, in welche berufliche Richtung es später einmal gehen könnte. Der eine stellt fest, dass ihm die Arbeit hinter der Kamera liegt, der andere, dass er lieber vor der Kamera steht oder das Vermarkten der Videos zu seinem Steckenpferd gemacht hat. »Ich habe mich als Youtuber ausprobiert. So habe ich festgestellt, dass ich Filmproduktion studieren will«, sagt Cedric Engels. Nun macht er das im 5. Semester an der Internationalen Filmschule. Sein Studium finanziert er durch seinen Online-Wissenschaftskanal. Sein Ziel: eine eigene Firma.

Text von jkb / Kölnische Rundschau