ifs-Absolvent*innen erhalten Wim Wenders Stipendium

Loreto Quijada für »Aus-Länder« und Christian Zipfel für „Pestizid“ ausgezeichnet

 

Gleich zwei Absolvent*innen der ifs internationale filmschule köln erhalten in diesem Jahr das Wim Wenders Stipendium der Film- und Medienstiftung NRW und der Wim Wenders Stiftung: Die Filmemacherin Loreto Quijada, die gerade ihr Masterstudium Digital Narratives an der ifs abgeschlossen hat, erhält für ihr immersives Straßenkino-Konzept »Aus-länder« ein Stipendium über 25.000 Euro und damit die höchste Dotierung bei der diesjährigen Vergabe. Regie-Absolvent Christian Zipfel wird für sein Filmprojekt »Pestizid« mit einem Stipendium von 20.000 € unterstützt.
Bereits zum siebten Mal hat die Film- und Medienstiftung NRW in Zusammenarbeit mit der Wim Wenders Stiftung das Wim Wenders Stipendium zur Entwicklung von innovativen Filmideen ausgeschrieben. Gefördert werden junge Filmschaffende, deren Vision es ist, mit neuen Mitteln zu erzählen. Bei der Vergabe des diesjährigen Wim Wenders Stipendiums wurden sechs Projekte mit insgesamt 100.000 Euro ausgezeichnet.

Mit »Aus-länder« hat Loreto Quijada ein Konzept für eine immersive filmische Projektion im öffentlichen Raum entwickelt. Die Kernidee besteht darin, einen Film auch mittels der architektonischen Strukturen zu erzählen, auf die er projiziert wird. Hauswände, Mauern und andere Elemente fungieren dabei wie ein split screen. Ein fragmentierter Schnitt und ein 3D-Audio-Setup vermitteln ein immersives Erlebnis und bringen Eisensteins Montage-Theorien auf eine Bühne mit menschlichem Maßstab.
Thematisch erzählt »Aus-länder« die Geschichte der Migration in NRW, zugeschnitten auf einen ausgewählten Projektionsraum. Dabei ist es der Filmemacherin wichtig, Kino als soziales Instrument zu begreifen: »Meine Idee ist ein Kino für alle – überall. Ich freue mich sehr, dass mir das Wim Wenders Stipendium nun die Möglichkeit gibt, den ersten Straßenkino-Film entwickeln zu können«.
Loreto Quijada hat in Chile Editing und Postproduktion studiert. Seitdem arbeitet sie als Produzentin, Autorin und Regisseurin und hat an zahlreichen Filmen, Serien und Werbeclips mitgewirkt. An »Aus-länder« sind auch eine weitere Absolventin und Studierende der ifs beteiligt: Ljubica Luković, Absolventin des MA Serial Storytelling, als Koautorin, Luisa Beuschlein als Producerin und Leander Büge als Kameramann.

»Pestizid« von Regie-Absolvent Christian Zipfel ist ein Romeo-und-Julia-Stoff, angesiedelt im Ruhrgebiet. Ansgar stammt aus schwierigen Verhältnissen. Es fällt ihm schwer, gesellschaftlichen Anschluss zu finden. Jule kommt aus einem elitären Elternhaus und lebt mit einer geistigen Behinderung. Die beiden werden ein Paar und versuchen ein normales Leben zu führen – doch ihr toxisches Umfeld toleriert diese ungewöhnliche Beziehung nicht. Ein Drama klassischen Ausmaßes nimmt seinen Lauf.
Christian Zipfel studierte Filmregie an der ifs und schloss im Anschluss ein Studium der Dokumentarfilmregie an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf ab. Bereits sein ifs-Abschlussfilm »Der einsame Hof« wurde mit dem Kölner Design Preis 2016 sowie mit dem Jurypreis des Filmfestivals Mainz 2017 ausgezeichnet und nominiert für den »FIRST STEPS« Award. 2018 hat er mit seinem 360⁰-Film »Rooms« im Wettbewerb Venice VR an den Filmfestspielen Venedig teilgenommen.