Eischwarz

Abschlussprojekt 2019 im MA Serial Storytelling der ifs internationale filmschule köln
von Helena Lucas 

Genre: Dystopische Dramedy
Format: 8 x 45 Minuten

Tagline
»Das ungeborene Leben ist zerbrechlich.«

Logline
Als Frauen aus ungeklärten Gründen anfangen, Eier zu legen statt schwanger zu werden, wird Ronjas Ei gestohlen. Das It-Girl, das sich sonst vor allem durch Egozentrik auszeichnet, entwickelt wider Erwarten einen Mutterinstinkt: Ronja will ihr Ei zurück. Nicht so einfach in einer Welt, in der das Eierlegen sich ausbreitet wie ein Virus …

Synopsis

Ronja legt ein Ei. Die berechtigten Fragen nach dem Wie und Warum bleiben unbeantwortet. Als das Ei gestohlen wird, gilt für Ronjas plötzlich erwachten Mutterinstinkt dennoch: Sie muss ihr Ei wiederfinden. Dazu tut sie sich zwar nur ungern mit dem Vater des Eis zusammen – eine Affäre, die sie lieber vergessen würde. Aber als Umweltminister hat Frank Schaales nun mal die nötigen Kontakte und Mittel, die die Eiersuche aussichtsreich machen. Ronja ahnt nicht, dass eine heiße Spur sie zu einer Baugruppe im Randbezirk von Berlin führen wird und sie tatsächlich mit eben diesem Schaales in die letzte verfügbare Wohnung ziehen muss, um dem Dieb auf die Spur zu kommen. Denn irgendwo in diesen 20 Wohneinheiten brütet jemand gerade ihr Ei aus.
Parallel zeichnet sich ab, dass Ronja nicht die eine unfassbare Ausnahme ist. Als nach und nach immer mehr Eier auftauchen – im Stadtpark, in Sandkästen, auf öffentlichen Toiletten oder in Mülleimern – wird auch der Regierung klar, dass Handlungsbedarf besteht. Von einer Pestizidvergiftung, die die weiblichen Hormone durcheinanderbringt, bis zu einer spontanen evolutionären Mutation – die Theorien sind vielfältig. Rat tut Not, denn das Eierlegen gerät innerhalb kurzer Zeit zu einer Art Epidemie.
Eine kluge PR-Agentin würde nicht »Epidemie« sagen, sondern »Bewegung«. Sie würde diese Chaos stiftende, Angst einflößende Laune der Natur als finalen Rundumschlag inszenieren: als endgültige Befreiung der Frau, die sich in ihrem jahrhundertelangen Kampf um Gleichheit ganz folgerichtig von den Fesseln der Schwangerschaft löst. Keine neun Monate Schwangerschaft und monatelange Stillzeit mehr, die Frauen beruflich so zurückwirft wie kein anderes biografisches Ereignis. Die Mühen des Kinderkriegens werden endlich gleichmäßig auf Mann und Frau verteilt.
Diese PR-Agentin heißt Stefanie Kunzler und arbeitet für das Yoga-It-Girl Ronja. Gerade als die Eierlegerei in der Gesellschaft die Runde macht, die öffentliche Meinung aber noch ratlos und formbar ist, manövriert Stefanie Ronja geschickt nach vorn und macht sie zur Galionsfigur einer revolutionären Wende: Ronja wird zur Botschafterin einer neuen Frauenbewegung, die Gesellschaft erholt sich vom ersten Schock, und der Wandel bringt frischen Wind in die öffentlichen Debatten.
Die Sozialwissenschaftlerin Nina Walstett rückt mit ihrem Forscherteam aus Biologen und Anthropologen an und führt Feldstudien durch, um die neuen Verhaltensweisen zu studieren, auch in Ronjas Baugruppe.
Und schon nach kurzer Zeit stellt sich heraus, dass der »Trend«, der gleichheitsfördernd und frauenfreundlich beginnt, immer mehr zum Problem wird. Denn das Eierlegen gerät außer Kontrolle. Die Muttersorge scheint sich zurückzubilden, Eier liegen zurückgelassen überall in der Stadt herum. Und es werden täglich mehr. Nina Walstett schlägt Alarm. Wenn die Mütter keine Mütter mehr sein wollen oder können – wer dann?

>> Rechts finden Sie den Pitch zum Abschlussprojekt von Helena Lucas

Kontakt
helena.c.lucas(at)gmail.com