»Abschluss 2016« der ifs internationale filmschule köln

Studierende aus den Studiengängen »Film«, »Kamera« und »Digital Film Arts« präsentieren ihre Abschlussarbeiten.

13.04.2016

45 angehende Absolventen aus den Fachschwerpunkten Drehbuch, Regie, Kreativ Produzieren, Kamera, Editing Bild & Ton und erstmals Visual Arts präsentieren heute im Kino Cinenova vor Vertretern der Film- und TV-Branche beim »Abschluss 2016« der ifs internationale filmschule köln ihre Abschlussarbeiten. Zu sehen sind acht fiktionale Abschlussfilme, darunter ein abendfüllender Spielfilm (Ausschnitt) und ein Prolog für eine Serie. Außerdem werden acht Drehbücher für abendfüllende Spielfilme sowie fünf VFX-Abschlussprojekte, darunter zwei Animationsfilme, vorgestellt.
Am Folgetag werden die Abschlussfilme und VFX-Projekte noch einmal für die Teams, Freunde und Familien im Kino Cinedom gezeigt. Im Anschluss daran findet ab 18.30 Uhr die Verleihung des akademischen Grads »Bachelor of Arts« statt – mit Grußworten von Dr. Marc Jan Eumann, Staatssekretär beim Minister für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien und Petra Müller, Geschäftsführerin der Film- und Medienstiftung NRW.

Die diesjährigen Abschlussfilme der ifs-Studierenden sind schon in der Entwicklungs- und Produktionsphase auf Interesse gestoßen: fünf der Abschlussfilmprojekte wurden von der Film- und Medienstiftung NRW gefördert, einer der Filme wurde unterstützt von doc.station und independent entertainment, ein anderer erhielt Beistellungen der Produktionsfirma Silbersalz.
Der Abschlussfilm »Grummet« (R: S. Keßler, B: S. Schröder, P: J. Lorenz, K: C. Poulles, S/SD: L. Hoffmann, VFX: A. Jarosch, J. Edler, SB: M. Schütz) hat bereits seine Festivalpremiere auf dem Festival Max Ophüls Preis in Saarbrücken gefeiert und ist nominiert in der Kategorie »Best Director« beim Ouchy Film Award in Lausanne. Angesiedelt ist das Drama im Deutschland von 1916, wo der Krieg auch in den zwischenmenschlichen Beziehungen tiefe Gräben hinterlässt. Die Freundschaft zweier ungleicher Außenseiter lässt in dieser Situation zunächst Hoffnung entstehen. Ein weiteres historisches Drama, »Der einsame Hof« (R/B: C. Zipfel, P: D. Pennekamp, K: N. Peschel, S/SD: N. Bender) wird auf den Int. Kurzfilmtagen Oberhausen zu sehen sein. Im ländlichen Westfalen steht 1873 die Existenz eines Hofes auf dem Spiel, nachdem dort geplündert und gemordet wurde. Bauer Hans muss die ihm verbliebene Tochter samt Hof gegen Mensch und Natur verteidigen – in einem Kampf auf Leben und Tod.

»Lost in Hope« (R/B: A. Hochscheid, P: D. Colquhoun, K: K. Ahlvers, S/SD: Z. M. Geller), der in Israel gedreht wurde und in einem poetischen Dialog den Nahost-Konflikt thematisiert, erscheint auf der DVD »German Short Films – Cannes Edition« von German Films und der AG Kurzfilm. Vom Drama über das Road Movie bis hin zu einem Prolog für eine Sitcom ist in diesem Abschlussjahrgang eine Vielfalt an Genres vertreten.

Viele der Stoffe thematisieren – dramatisch oder  tragikomisch – komplizierte Beziehungsgeflechte und die Verortung der eigenen Identität. Einige der Filme behandeln existentielle Konflikte, die – obwohl oder gerade wenn sie in der Vergangenheit angesiedelt sind – von entwaffnender Aktualität sind. Auch die angehenden Drehbuchautoren stellen ihre Abschlussarbeiten – Drehbücher für abendfüllende Spielfilme – vor. Mit seinem Abschluss-Drehbuch »Symptom Mensch«, einem Science-Fiction-Thriller, in dem sich eine Psychotherapeutin den Regeln ihrer Welt widersetzt und einen traumatisierten Roboter therapiert, ist Maximilian Lippemeier nominiert beim Sehsüchte Festival in der Kategorie »Bestes Drehbuch«. Überhaupt spielen Spannung und Suspense eine tragende Rolle in vielen der Abschlussdrehbücher: dramatisch als Thriller (»Der leere Raum« von Jonas Heicks), Coming-of-Age-Thriller (»Treibjagd« von Sandra Schröder), Krimi/Thriller (»Nordmonat« von Sven Wartig) oder, gepaart mit schwarzem Humor, als Gangsterkomödie (»The City of Lion« von Sergej Waldrat). Coming-of-Age ist ein weiteres starkes Motiv – in der Gegenwart angesiedelt wie das Schicksal des jugendlichen Komapatienten, der nach fünf Jahren erwacht und viel nachzuholen hat (»Wachsüchtig« von Felix Engstfeld), oder historisch erzählt wie im Kriegsdrama um Schuld und Rache (»Puppenspieler, gute Nacht« von Lisa Sophie Fechner). In einem Road Movie schließlich finden Vater und Tochter wieder zueinander (»Baba Nam Kebap« von Julia Angerer-Zimth).

Mit ihren sowohl gestalterischen als auch wissenschaftlichen VFX-Abschlussprojekten präsentieren sich die Absolventen des ersten Jahrgangs Visual Arts: zwei Animationsfilme (»Paul« von Peter Anlauf und »Update Required« von Jo Müller) sind als Abschlussfilme entstanden sowie die Visualisierung von Zeitreisen mit Hilfe visueller Effekte für einen Kinofilm, die fotorealistische Umsetzung eines Schmetterlings, dessen Flügelschlag zur Entdeckung eben dieser Zeitreisen führt und die Entwicklung eines Plugins für die Compositing-Software Nuke.