Den Filmnachwuchs fit machen für die Zukunft

Nach 18 Jahren hört Simone Stewens als Geschäftsführerin der ifs auf

18 Jahre lang hat Simone Stewens die ifs internationale filmschule köln als Geschäftsführerin geleitet. Zum 30. April beendet sie ihre Tätigkeit an der ifs und widmet sich neuen Projekten.
Seit 2002 leitet Simone Stewens die ifs. Erfolgreich hat sie die ifs von einer reinen Weiterbildungseinrichtung zu einer der anerkanntesten deutschen Aus- und Weiterbildungsinstitutionen für den Film- und Mediennachwuchs auf- und ausgebaut – seit 2016 gemeinsam mit Ko-Geschäftsführer Rainer Weiland.

Petra Müller, Vorsitzende der ifs-Gesellschafterversammlung und Geschäftsführerin der Film- und Medienstiftung NRW: »18 Jahre sind schon fast ein Lebenswerk. In dieser Zeit hat Simone Stewens die ifs zu einer der wichtigsten Filmschulen Deutschlands entwickelt. Mit großem Engagement für den Filmnachwuchs hat sie das Profil der Schule geschärft, erfolgreich ins digitale Zeitalter geführt und die ifs im neuen Mediencampus fest verankert. Als Vorsitzende der Gesellschafterversammlung, aber auch persönlich möchte ich ihr dafür von Herzen danken und ihr für die Zukunft alles Gute wünschen.«

Bevor Simone Stewens die Geschäftsführung der ifs übernahm, war sie Leiterin der Filmredaktion des Bayerischen Rundfunks. Damals wie heute reizte sie als Cinephile die Aufgabe, ein grundlegendes Verständnis für den Reichtum filmischen Erzählens und die Faszination des Mediums in Studiengänge zu übertragen, und dem Nachwuchs gerade auch vor dem Hintergrund der digitalen Transformation, die ästhetischen Potenziale und die Wirkungsmöglichkeiten der Kunstform Film zu vermitteln.
Bereits 2003 konnte durch einen Kooperationsvertrag mit der TH Köln das Fundament für ein akademisches Filmstudium gelegt werden: 2004 wurde an der ifs der erste Bachelor-Studiengang Film in Deutschland akkreditiert, zunächst in den Studienrichtungen Drehbuch, Filmregie und Kreativ Produzieren.
Von Anfang an lag der Fokus des Filmstudiums an der ifs auf dem filmischen Erzählen und der kreativen Kooperation im Team. »Teamarbeit ist das, was den Film zum Film macht. Eine gelingende, konfliktfreie Zusammenarbeit im Team wird gerne als selbstverständlich angesehen und will doch gelernt sein. Jedes Mitglied im Team bringt in den kreativen Prozess die eigenen Talente und Kompetenzen ein, und im Zusammenspiel von allen entsteht etwas Neues, Einzigartiges, eben die Summe vieler kreativer Ideen und handwerklichen Könnens«, erklärte Stewens damals.

Interdisziplinarität, Kooperationen und Synergien in kreativen Prozessen spielen – neben Impulsen aus Politik und Gesellschaft und der sich dynamisch wandelnden Medienbranche – bis heute eine wichtige Rolle bei der Weiterentwicklung des Profils der ifs: Inzwischen hat der BA-Studiengang Film sieben Studienschwerpunkte, in deren Profilen sich die Digitalisierung der audiovisuellen Medien spiegelt.

In Kooperationen mit internationalen Filmhochschulen sind Filme mit globalem Ansatz entstanden – u. a. mit dem Beit Berl College Tel Aviv, der UCLA, der Sam Spiegel School Jerusalem, der Marubi-Filmakademie Tirana, der Andrzej Wajda Master School of Film Directing und zahlreichen anderen Hochschulpartnern in Europa, Asien und Australien.
Drei internationale Masterstudiengänge sind in den letzten Jahren konzipiert, implementiert und damit Entwicklungen in der Medienbranche aufgegriffen oder gar antizipiert worden.
Ein Beispiel ist der internationale Masterstudiengang Serial Storytelling, der auf das Prinzip des Writers’ Rooms setzt und den internationalen Serienboom und seine Effekte auf die deutsche Serienlandschaft voraussah. Der Studiengang zieht seit 2013 Studierende aus der ganzen Welt nach Köln, die nach ihrem Abschluss in der Branche sehr gefragt sind.
Aktuelle Tendenzen der digitalen Transformation in den audiovisuellen Medien nehmen auch die weiteren Masterstudiengänge der ifs auf: der MA Digital Narratives und der MA 3D Animation for Film & Games, der mit dem Cologne Game Lab der TH Köln durchgeführt wird. Gemeinsam haben Simone Stewens und Rainer Weiland zwei weitere Master-Studiengänge im Bereich Filmisches Erzählen im gesellschaftlichen Kontext und Entertainment geplant.

Die gesellschaftliche Bedeutung audiovisueller Medien spiegelt sich auch in zwei weiteren Schwerpunkten der Arbeit von Simone Stewens an der ifs: Chancengleichheit und Vielfalt sowie Nachhaltigkeit. Davon zeugt u. a. das Engagement der ifs bei der Initiative »Gemeinsam für Gender-Gerechtigkeit« der deutschen Filmhochschulen sowie die maßgebliche Unterstützung des Mentoring-Programms für junge Filmemacherinnen »Into the Wild« und nicht zuletzt das Nachhaltigkeitskonzept der ifs für Klima- und Ressourcenschutz.
Simone Stewens resümiert: »Die Jahre an der ifs waren inspirierend und herausfordernd zugleich. Meiner Nachfolgerin Nadja Radojevic wünsche ich alles Gute, viel Erfolg und eine glückliche Hand bei der vielschichtigen Aufgabe, die ifs für die Zukunft weiterhin bestmöglich aufzustellen.«