Aliens lauern hinter der Fahrstuhltür

DREHARBEITEN An der internationalen filmschule entsteht der Science-Fiction “Royal Affairs”

Kölner Stadt Anzeiger, 15.03.2016

Foto: Schmülgen (ksta)
Foto: Schmülgen (ksta)

Greg ist unzufrieden mit seinem Bürojob. Als er bei einer Beförderung übergangen wird und auch noch die Kaffeemaschine streikt, platzt ihm der Kragen: Das gehobene Management soll sich auf etwas gefasst machen. Doch als sich kurz darauf die Aufzugtür öffnet, steht der Angestellte nicht etwa in der Chefetage, sondern inmitten einer Raumstation und Aliens – die Hochgeborenen – bieten ihm an, einen Wunsch zu erfüllen.

Die skurrile Szene ist Teil des Kurzfilms „Royal Affairs“, der derzeit an der Internationalen Filmschule Köln in Mülheim entsteht. Genutzt werden kann dabei erstmals das neue Filmstudio der Hochschule, das zusammen mit einem Techniklager und einer Werkstatt in einer früheren Industriehalle an der Schanzenstraße eingerichtet wurde.

In zweimonatiger Recherche- und Bauzeit entstand hier auf 300 Quadratmeter ein futuristisches Set einer Weltraumbotschaft, hoch über der Erde. „Früher mussten wir für solche Drehs ein externes Studio anmieten, jetzt haben wir optimale Produktionsbedingungen auf dem neuen Hochschul-Campus“, sagt ifs-Sprecherin Miriam Edinger. Nicht nur die Transportwege seien nun deutlich kürzer, durch die direkte Anbindung könne das Studio ganz flexibel für den Unterricht genutzt werden.

“Game of Thrones”-Star am Set
Derzeit wird mit Rollgerüsten für die Scheinwerfertechnik gearbeitet, diese sollen aber bald von modernen Traversen an der Decke ersetzt werden.

Und noch eine weitere Premiere stellt „Royal Affairs“ für die Filmschule dar: Es ist das erste Projekt, bei dem Teilnehmer aus der Weiterbildung Szenenbild und Studierende aus dem Fachschwerpunkt Digital Film Arts, also den Experten für die digitalen Spezialeffekte, bei der visuellen Gestaltung zusammenarbeiten. Letztere konnten auch beim Setbau von Anfang an Einfluss nehmen, unter anderem darauf, wo die Green-Screen-Flächen angebracht werden. Sie dienen dazu, um in der späteren Postproduktion am Computer generierte Weltraum-Elemente einzufügen.

Produzent Nikolaas Meinshausen ist zufrieden mit den neuen filmischen Möglichkeiten, die sich durch das Studio ergeben. „Dadurch können jetzt alle Film-Gewerke noch enger zusammenarbeiten. „Aber nicht nur der Rahmen auch die Akteure vor der Kamera machen den Film bereits jetzt zu etwas Besonderem: In Kooperation mit der Londoner Schauspiel-Agentur Zimmermann gelang es den Nachwuchsregisseuren Jade Li und Till Kleinau unter anderem die renommierten britischen Schauspieler Kris Marshall („Tatsächlich Liebe“) und Tony Way alias Dontos Hollard aus „Game of Thrones“ für das Projekt zu gewinnen.
Komplettiert wird das internationale Ensemble durch die italo-französische Darstellerin Angelique Cavallari und Thomas Bestvater („Jeder stirbt für sich allein“).

von Martin Boldt