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Unter dem Motto „Das Fest – Feiern im Film“ wurde gestern Abend im vollbesetzten Kino im Museum Ludwig das 20-jährige Bestehen des Filmforum NRW e. V. gefeiert. Zahlreiche Gäste aus Film, Kunst, Musik, Kultur und langjährige Besucher:innen kamen zusammen, um zwei Jahrzehnte engagierte und lebendige Filmkultur zu würdigen. Unter den Anwesenden waren Derya Karadag (Bürgermeisterin der Stadt Köln), Vertreter:innen der Mitgliedsinstitutionen – darunter Dr. Yilmaz Dziewior (Direktor Museum Ludwig), Ewa Bogusz-Moore (Intendantin Kölner Philharmonie und GF Köln/Musik), Walid Nakschbandi (GF Film- und Medienstiftung NRW), Nadja Radojevic (GF ifs Internationale Filmschule Köln), Caroline Nokel (Vorstand Filmszene), Prof. Mathias Antlfinger (Rektor Kunsthochschule für Medien Köln), Christian Hillen (Leitung Stadtgesellschaft, Events und Medien, Stadt Köln) und Alexander Bickel (Leitung PB Fiktion WDR) – sowie viele Weggefährt:innen, Filmschaffende und Partner:innen aus der Kölner Kulturlandschaft.
EIN LEBENDIGER ORT FÜR FILM, DISKURS UND KULTUR
Seit seiner Gründung 2006 ist das Filmforum NRW im Museum Ludwig ein fester Bestandteil der Kölner Kultur- und Kinolandschaft – getragen von einer einmaligen Partnerschaft namhafter Institutionen: dem Museum Ludwig, der Film- und Medienstiftung NRW, der ifs Internationale Filmschule Köln, der Kunsthochschule für Medien Köln, der Stadt Köln, dem WDR, der Kölner Philharmonie / KölnMusik und der Filmszene (vormals: KinoAktiv). Die organisatorische Leitung liegt bei Projektkoordinator Robert Birkel. Mit diesem Netzwerk hat sich das Filmforum als Ort der Begegnung und des kritischen Austauschs etabliert. Es vereint Kino, Museum, Musik und Medien auf einzigartige Weise – mitten im kulturellen Herzen Kölns. Hier stehen Filmgeschichte und filmische Gegenwart gleichberechtigt nebeneinander. „Seit 20 Jahren steht das Filmforum NRW für die lebendige Auseinandersetzung mit Film als Kunstform und gesellschaftlichem Spiegel. Gleichzeitig öffnen wir mit neuen Formaten bewusst die Türen für aktuelle Entwicklungen, neue Stimmen und Zielgruppen“, betonen Dr. Barbara Engelbach, Vorstandsvorsitzende des Filmforum NRW e. V., und Robert Birkel.
EIN EINZIGARTIGER SPIELORT IN NRW
Mit 257 Plätzen im Kinosaal und einem großzügigen Foyer zählt das Filmforum NRW heute zu den wenigen Kinos im Land, die – neben digitaler Projektion – auch 35mm- und 16mm Filmvorführungen ermöglichen. Diese technische Bandbreite, kombiniert mit seiner zentralen Lage zwischen Dom und Hauptbahnhof im Museum Ludwig, macht es zu einem Leuchtturm für Filmkultur. Über 400.000 Zuschauer:innen haben seit 2006 über 5.000 Veranstaltungen besucht – von Festivalpremieren über Filmreihen und Tagungen bis hin zu Sonderprogrammen und internationalen Diskursformaten. Trotz Pandemie konnte das Filmforum seine Besucherzahlen in den vergangenen Jahren weiter steigern: Es zog 2025 mit 22.300 Besucher:innen ein Drittel mehr Interessierte an als im Gründungsjahr.
EIN ORT, DER KULTUR VERBINDET
Das Filmforum NRW ist Kino und Bühne zugleich: für Filmkunst, Festivals, Debatten und interdisziplinäre Projekte. Es war Gastgeber unzähliger Reihen und Veranstaltungen, die über Köln hinausstrahlen – darunter das Afrika Film Festival, Edimotion – Festival für Filmschnitt und Montagekunst, KFFK / Kurzfilmfestival Köln, Junges Filmfestival Köln / Cinepänz, Int. Frauen Film Fest Dortmund+Köln, Visions of Iran, Tüpisch Türkisch, Moovy Tanzfilmfestival, Sommerkinowoche „5 Days of Summer“ oder Poetica – das Festival für Weltliteratur.
Filmreihen wie „ifs-Begegnung“ und „Filmarchiv Schönecker Köln“, „WDR-Dokwerkstatt“, „Der Lieblingsfilm von...“, „Film trifft Literatur“, die Programme zur Kölner Filmgeschichte von Köln im Film e. V., Filmreihen zu Künstler:innen wie Jonas Mekas, Yvonne Rainer, Harun Farocki, die erstmalige Präsentation des filmischen Werkes von Sigmar Polke oder die jährliche Präsentation der Diplomfilme der KHM zeigen neue Entwicklungen, geben Impulse zu besonderen Themenstellungen, blicken zurück in die Filmgeschichte oder machen Synergien zwischen den verschiedenen Künsten erlebbar. Sie alle werden von Einführungen oder ausführlichen Gesprächen mit Filmschaffenden und Medienwissenschaftler:innen begleitet.
Zu den Gästen der vergangenen zwei Jahrzehnte zählten Gerhard Richter („Gerhard Richter – Painting“), Peter Greenaway, Shahrbanoo Sadat („The Orphanage“), Tom Tykwer („Soul Boy“), Andreas Dresen (gleich dreimal: „Die Polizistin“, „Tim Thaler und das verkaufte Lachen“, „In Liebe, Eure Hilde“), aber auch YouTuber wie das Team von „Cinema Strikes Back“ und viele weitere. Ihre Präsenz belegt, was das Filmforum besonders macht: Offenheit, Vielfalt und die Leidenschaft für das Gespräch über Film.
Hier treten Kunst, Musik, Theorie und Publikum in einen Dialog, der weit über den Kinosaal hinausweist. Das Filmforum versteht sich als Ort, an dem Filmkultur gelebt wird – ein Forum, das Generationen verbindet und Raum schafft für neue Perspektiven.
Gestern Abend eröffnete die Screwball-Komödie „Die Schwester der Braut“ (USA 1938, R: George Cukor) den Jubiläumsabend – eingeführt von Prof. Dr. Lisa Gotto (Universität Wien). Mit der Vorstellung wurde zugleich die neue Ausgabe der kuratierten Filmreihe „Filmgeschichten“ eingeläutet, die in diesem Jahr ganz im Zeichen des Feierns steht: „Das Fest – Feiern im Film“.
So bleibt das Filmforum NRW auch in Zukunft seinem Anspruch treu: Filmkultur in all ihren Facetten erlebbar zu machen und alte wie neue Generationen für das Kino zu begeistern. In einer Zeit, in der Kulturorte zunehmend unter Druck geraten, steht das Filmforum NRW als Symbol für gelebte kulturelle Vielfalt und gesellschaftlichen Dialog. Mit einem anspruchsvollen, neugierigen und weltoffenen Programm wird es weiterhin Brücken schlagen – zwischen Disziplinen, Szenen und Menschen.
20 JAHRE FILMFORUM NRW
STATEMENTS DER MITGLIEDER
„Das Filmforum NRW steht exemplarisch für die Leistungsfähigkeit des Filmstandorts Köln: ein starkes Netzwerk, das Filmschaffende verbindet, Sichtbarkeit schafft und Impulse setzt. Seit 20 Jahren ist es ein zentraler Ort für Vernetzung, Austausch und Filmkultur in Köln. Das Jubiläumsjahr setzt ein klares Signal für die Bedeutung der Filmkultur am Standort. Mein Dank gilt allen Akteurinnen und Akteuren für ihr Engagement.“
Torsten Burmester, Oberbürgermeister der Stadt Köln
„Als das Museum Ludwig vor fünfzig Jahren gegründet wurde, legte es bereits den Grundstock seiner Film- und Videosammlung. Damit können wir als ein Museum für moderne und zeitgenössische Kunst allen Kunstformen Sichtbarkeit verleihen und unser Publikum durch immersive Erlebnisse intensiv ansprechen. Dass wir nun seit zwanzig Jahren die Möglichkeit haben, im inspirierenden Verbund des Filmforum NRW den Kinosaal zu bespielen, freut mich sehr. Das Museum Ludwig trägt zum interdisziplinären, vielfältigen und multiperspektivischen Programm des Filmforums mit Filmreihen bei – zum Beispiel zu Jonas Mekas, Harun Farocki, Yvonne Rainer, Sigmar Polke und Günter Peter Straschek – und auch mit Veranstaltungen über zeitgenössische (Film-)Kultur.“
Dr. Yilmaz Dziewior, Direktor des Museum Ludwig
„Seit 20 Jahren steht das Filmforum für vielfältige Filmveranstaltungen, lebendige Debatten und die engagierte Auseinandersetzung mit Film und audiovisueller Kultur. Es zeigt, wie wichtig solche Orte für Begegnung, Einordnung und öffentliche Wahrnehmung sind. Mit inhaltlichen Schwerpunkten und dem Blick über den Tellerrand hinaus trägt es maßgeblich zur Weiterentwicklung der Filmkunst bei. Wir sind stolz, Gründungsmitglied dieses besonderen Ortes im Herzen Kölns zu sein.“
Walid Nakschbandi, Geschäftsführer der Film- und Medienstiftung NRW
„Mit seinem facettenreichen Programm leistet das Filmforum NRW e. V. am Puls der Stadt seit zwei Jahrzehnten einen unverzichtbaren Beitrag zur Filmkultur in Köln und NRW. Wir freuen uns, gemeinsam mit den anderen Mitgliedern dazu beizutragen.
Als Ausbildungsstätte für die Film- und Medienschaffenden von morgen trägt die ifs Internationale Filmschule Köln eine besondere demokratische und kulturelle Verantwortung. Ausdruck findet dies auch in der öffentlichen Veranstaltungsreihe „ifs-Begegnung“, mit der wir uns kontinuierlich am Programm des Filmforums NRW beteiligen. Hier präsentieren Dozierende, Studierende und Absolvent*innen sowie Gäste und Kooperationspartner Filme von gesellschaftlicher Relevanz und geben zugleich lebendige Einblicke in ihre künstlerische Praxis. Bei freiem Eintritt richten sich die „ifs-Begegnungen“ an ein vielfältiges Publikum, das in den Diskurs eingebunden wird: um einen offenen Raum für Filmbildung und gemeinsame Reflexion zu schaffen.
Für diesen inspirierenden Dialog zwischen Filmen, ihren Macher*innen und dem Publikum haben wir seit nunmehr 20 Jahren im Filmforum NRW ein zweites Zuhause gefunden.“
Nadja Radojevic, Geschäftsführerin der ifs Internationale Filmschule Köln
„Ein Raum, der zum Programm passt. Das ist das Filmforum NRW für uns Festivalmacher, Kuratorinnen, Veranstalter und Filmnetzwerke seit zwanzig Jahren. Nicht nur eine Spielstätte, sondern Heimathafen für unsere Filmreihen, Retrospektiven, Premieren und Preisverleihungen. Ort für Begegnung, Diskussion, Gemeinschaft. Ohne Orte wie das Filmforum bleibt Filmkultur Programm auf dem Papier. Zwanzig Jahre sind kein Zufall. Sie sind das Ergebnis von Haltung: der Überzeugung, dass Film als Kunstform Raum braucht – und dass dieser Raum gepflegt, bespielt und weitergedacht werden muss. Das Filmforum NRW hat diese Haltung bewiesen, immer wieder, Saison für Saison. Wir feiern dieses Jubiläum auch als unser eigenes. Denn ohne das Filmforum NRW wäre die Kölner Filmkultur ärmer – und unsere Arbeit schwieriger.“
Caroline Nokel, Vorstand Filmszene (vormals KinoAktiv)
„Die Kölner Philharmonie (KölnMusik GmbH) ist eine der Institutionen, die im Jahre 2006 das Filmforum NRW e. V. gegründet haben. Ziel war es, die Kinolandschaft in Köln und der Region um einen Ort zu bereichern, an dem sich Filmkunst und kultureller Austausch verbinden. Die Kölner Philharmonie (KölnMusik) richtete hier ihren Blick vor allem auf die Beziehung zwischen Film und Musik. Der Saal des Filmforums bietet den optimalen Rahmen, um Filmkunstwerke mit Live-Musik zu präsentieren. Darüber hinaus wird der kreative Austausch erweitert, indem die KölnMusik begleitend zu ihrem Konzertprogramm Dokumentationen über Komponisten:innen und Interpret:innen im Filmforum zeigt. Die KölnMusik wird auch in Zukunft mit viel Engagement das Programm des Filmforums ergänzen und gemeinsam mit den übrigen Mitgliedern dafür Sorge tragen, dass das Filmforum NRW mit seinem programmatischen Profil eine feste Größe in der kulturellen Landschaft bleibt.“
Ewa Bogusz-Moore, Intendantin Kölner Philharmonie und Geschäftsführerin KölnMusik
„Die Kunsthochschule für Medien Köln (KHM) schätzt und nutzt das inspirierende Umfeld des Filmforums im Museum Ludwig in unmittelbarer Nachbarschaft. So bespielen die KHM-Studierenden mit ihren Arbeiten im interdisziplinären Feld zwischen Kunst und Film das Filmforum beim alljährlichen Rundgang, in (Kurz)filmfestivals, dem Weltfestival der Literatur Poetica oder bei Filmvorführungen in Zusammenarbeit mit dem NS-Dokumentationszentrum Köln. Die Veranstaltungen der Mitglieder und die zahlreichen Kooperationen zwischen ihnen und mit weiteren Institutionen und Festivals in der Stadt haben das Filmforum zu einem engagierten Ort für die Filmkunst gemacht, an dem sowohl ästhetische als auch gesellschaftsrelevante Themen immer wieder neu verhandelt werden.“
Prof. Mathias Antlfinger, Rektor der Kunsthochschule für Medien Köln
„Das Kino – als sozialer Ort, als medialer Erlebnisraum – erfährt gegenwärtig durch die Digitalisierung seine dritte große Krise…“ so formulierte es 2009 der Einleitungstext zur ersten von allen Mitgliedern gemeinsam kuratierten Filmreihe des Filmforum - den „Digitalen Lektionen“. Und prognostizierte „die Geburt von radikal neuen Varianten audiovisueller Kunst und Kommunikation“. Heute leben wir in dieser neuen audiovisuellen Kommunikation und das Kino als Ort scheint an den Rand gedrängt. Doch zugleich bietet der Kinoraum in einer Gegenbewegung zur medialen Überforderung der allgegenwärtigen Kommunikation das Glück zweier Stunden im Dunkeln mit Gleichgesinnten.
Einen solchen Ort des gemeinschaftlichen Erlebens bietet das Filmforum auf exemplarische Weise. Es ist zum unverzichtbaren Ort für zahlreiche Festivals, für Premieren und Filmkongresse geworden, zu einem Ort, an dem Film und Filmgeschichte erlebbar wird.
Getragen wird dieser Ort von der Zusammenarbeit der verschiedenen Institutionen im Filmforum e.V. - ein ermutigendes Exempel wie Institutionen zielführend zusammenarbeiten, wie sie sich gegenseitig beeinflussen und bereichern können. In den heutigen Zeiten durchaus bemerkenswert.
Der WDR ist stolz, Teil dieses Ortes zu sein und auf diesem Wege die lebendige Kölner Kinoszene zu unterstützen.“
Alexander Bickel, Leitung Programmbereich Fiktion, WDR
Kontakt: Robert Birkel / Projektkoordination / Filmforum NRW e.V.: @email