Forschung an der ifs

Einleitung

Alle Studiengänge an der ifs haben ein künstlerisch-wissenschaftliches Profil, mit dem Ziel künstlerische und gesellschaftliche Exzellenz und Innovation zu erlangen. Film- und medienwissenschaftliche Module sind fester Bestandteil aller Curricula im BA und im MA.
Neben der Auseinandersetzung mit der Theorie durch Lehre und Lernen, bringen sich Studierende, Professor*innen und Dozierende auch in BA- und MA-, sowie in unabhängige Forschungsprojekte ein. Diese orientieren sich am privilegierten Forschungsansatz der ifs : Wissenschaftlich-gestalterische Forschung.  

Wissenschaftlich-gestalterische Forschung

Wissenschaftlich-gestalterische Forschung kann sowohl praxis- als auch theoriegetrieben sein, solange sie eine künstlerische/gestalterische Komponente beinhaltet. Bei der wissenschaftlich-gestalterischen Forschung ist der Untersuchungsmodus iterativ: er bewegt sich ständig zwischen Praxis und Theorie. Studien die sich diesem Ansatz verschreiben, beinhalten in der Regel ein kreatives Projekt als Prototyp (oder Prozess), was sich an professionellen Standards orientiert; eine Verschriftlichung, die hohen akademischen Standards entspricht; und eine Dokumentation des kreativen Projekts.
 

News

Neuigkeiten aus dem Forschungsbereich (Auswahl)

Schwerpunkte

Professor*innen und Team

Ko-Kreation, Kollektives Gedächtnis, Diversität

Internet- und Digitaltheorie, Impactforschung

Theorie und Geschichte digitaler Medien, Kunst und Kommunikation, Game Studies

Storytelling, Transmediales Erzählen, Social Storytelling

Neue Technologien, Mixed Realities, Audience Design

Studentische Forschung im Rahmen der Studiengänge

BA Film

Studentische Forschungsprojekte Im dritten Semester des Bachelorstudiengang Film haben die Studierende die Möglichkeit, ein künstlerisches Forschungsprojekt im Rahmen ihrer zu erbringenden Studienleistung zu verfolgen. Künstlerische und wissenschaftliche Forschung kann in allen Disziplinen und transdisziplinär betrieben werden.

MA Digital Narratives

Der Masterstudiengang Digital Narratives eröffnet Studierenden die Möglichkeit, mittels künstlerischer/gestalterischer und wissenschaftlicher Forschung Masterprojekte im Feld innovativer Erzählformen zu entwickeln, die Denkansätze jenseits der Bedürfnisse des Marktes verfolgen. In einer Lern- und Forschungsgemeinschaft mit Kommiliton*innen und Dozent*innen entwickeln die Studierenden neue künstlerische, technologische und unternehmerische Ideen und Projekte. Der Entwicklungsprozess wird dabei stets als ein Prozess der wissenschaftlich-gestalterischen Forschung verstanden. Die Studierenden werden aufgefordert, eigene Forschungsschwerpunkte und -fragestellungen zu definieren und im Rahmen ihrer Projektarbeiten zu verfolgen. Teil dieser Forschung ist auch die Recherche von Methoden und Technologien, die in der Projektarbeit zum Einsatz kommen.

MA Serial Storytelling

Im Masterstudiengang Serial Storytelling widmet sich das zweite Studienjahr, aufbauend auf den im ersten Studienjahr erlangten Kenntnissen und Kompetenzen, der Erforschung und Entwicklung innovativer serieller Formate. Nach einer ausführlichen Analyse der aktuellen Marktsituation und zukunftsweisender Tendenzen im Seminar »Heutige und zukünftige serielle Formate« erarbeiten die Studierenden in der vorlesungsfreien Zeit ein künstlerisches Forschungsprojekt zum Thema »Innovation im seriellen Erzählen«. Hierbei beschäftigen sie sich in intensiver Recherche mit Perspektiven seriellen Erzählens und erweitern so ihren fachlichen Horizont mit Blick auf ungewöhnliche serielle Erzählformen.

 

African Folktale

»African Folktale: Storytelling for Sustainable Development«

Forschungskooperation | 2022 - 2024 | Georg Forster Forschungsstipendium der Alexander von Humboldt Stiftung

Die ifs internationale filmschule köln unterstützt als gastgebende Forschungseinrichtung die nigerianische Filmwissenschaftlerin und Humboldt-Stipendiatin Dr. Ezinne Ezepue und ihr Forschungsprojekt »African Folktale: Storytelling for Sustainable Development«.

Dr. Ezinne Ezepue

Dr. Ezinne Ezepue ist Expertin für afrikanisches Storytelling mit Schwerpunkt nigerianische Filmindustrie („Nollywood“). An der University of Nigeria unterrichtet sie Film, Nollywood Studies und Documentary Filmmaking. Im Rahmen ihrer Vision, die afrikanische Jugend zu befähigen, authentische afrikanische Geschichten zu erzählen, veranstaltet sie die Initiative Africa on Script. In ihrer Promotion untersuchte Dr. Ezinne Ezepue 2018 eine mögliche Gentrifizierung von Nollywood.

Das Forschungsprojekt

Das Forschungsprojekt »African Folktale: Storytelling for Sustainable Development« befasst sich mit der Frage, was das Geschichtenerzählen des afrikanischen Kontinents ausmacht und wie einheimische Erzähltraditionen zu einer Dekolonialisierung und nachhaltigen Entwicklung beitragen können. Im Fokus steht der starke Einfluss des Mediums Film – mit besonderem Augenmerk auf den „Nollywood“-Filmen der nigerianischen Medienindustrie – auf die afrikanische Gesellschaft. Mit einer narrativen Analyse ausgewählter Nollywood-Filme soll festgestellt werden, inwieweit Klassiker des Genres als genuin afrikanisch angesehen werden können, welche Erzählweisen das diasporische Kino übernommen hat und inwiefern westliche Paradigmen die Erzählweisen dominieren. Auf dieser Grundlage soll das Forschungsprojekt Aufschluss darüber geben, wie es gelingen kann, durch eine Neuinterpretation afrikanischer Narrative eine Dekolonialisierung der afrikanischen Filmindustrie zu fördern, zur Bewahrung des kulturellen Erbes beizutragen und somit eine indigene kulturelle und gesellschaftliche Identität zu stärken.

Betreut und unterstützt wird die zweijährige Forschungskooperation an der ifs von dem Drehbuchautor und ifs-Professor Dr. Joachim Friedmann (Professur Serial Storytelling), der die Zusammenarbeit federführend ermöglicht hat. Mit ihrer gemeinsamen Forschung erproben die beiden Wissenschaftler*innen auch neue Wege der Kollaboration: durch ihre unterschiedlichen Expertisen fließen europäische und afrikanische, filmpraktische und filmwissenschaftliche Perspektiven in das Projekt ein.

„Afrika erlebt eine Renaissance des Geschichtenerzählens, sein Filmmarkt expandiert, und die Afrikaner*innen haben die Möglichkeit, die einseitigen Erzählungen über den Kontinent durch ihre Geschichten zu revidieren. Meine Forschungen zum afrikanischen Geschichtenerzählen befassen sich mit der Nachhaltigkeit der Branche, der globalen Wettbewerbsfähigkeit, der Unterhaltungsbildung, der Ermächtigung der Jugend und der dekolonisierten Narratologie, die durch Meta-Erzählungen aus Mythen und Folklore erreicht wird. Angesichts des steigenden globalen Interesses am afrikanischen Filmmarkt liefert diese Forschung das nötige Wissen, um die Chancen an allen Fronten zu maximieren.“

Dr. Ezinne Ezepue

University of Nigeria
Gastforscherin im Rahmen des Georg Forster Forschungsstipendium der Alexander von Humboldt Stiftung

Ezinne Ezepue
© Connais Photography
„Die Frage, in welcher Form audiovisuelle Narrative den gesellschaftlichen Diskurs beeinflussen, ist ein zentraler Punkt im Curriculum des MA Serial Storytelling. Hier ein Forschungsprojekt anzustoßen, das diese Frage mit einer internationalen Perspektive bearbeitet, ist nicht nur eine hochspannende wissenschaftliche Herausforderung, sondern auch eine Möglichkeit zu zeigen, dass Filmschaffen nicht nur eine Frage von Kunst und Entertainment ist, sondern vor allem auch eine hochpolitische Angelegenheit.“

Prof. Dr. Joachim Friedmann

Professor für Serial Stoytelling an der ifs

Foto Dr. Joachim Friedmann

future.film.education

»future.film.education – Online Teaching and Diversity in European Film Schools«

Europäisches Forschungsprojekt | 2021 - 2023 | Ko-finanziert vom Programm Erasmus+ der Europäischen Union

Ziel des europäischen Forschungsprojekt ist es, zu einer innovativeren, inklusiveren und vielfältigeren Film- und Hochschulbildung beizutragen – sowohl on- als auch offline.

Initiiert wurde future.film.education von der ifs internationale filmschule köln in Kooperation mit der Moholy Nagy Universität für Kunst und Design (MOME) in Ungarn und der Cooperativa de Formação e Animação Cultural (COFAC) der Universidade Lusófona in Portugal.

Im Rahmen des Projekts wurde in Forschungsgruppen Folgendes erarbeitet:

  • ein Toolkit zum Thema auf Online-Lehre
  • ein Toolkit zum Thema Diversität
  • ein Massive Open Online Course (MOOC) zum Thema "Diversity in Film and Media" für europäische Film- und Kunsthochschulen

Die Toolkits beinhalten unter anderem Kursmaterialien, Best Practices, Leitlinien und eine Selbstbewertungsumfrage. Der MOOC umfasst 14 Module u. a. zu Gender-Theorien, Queer Studies, Repräsentation von Menschen mit Behinderung, Dekolonialisierung in der Filmwissenschaft.

Die drei Angebote sollen sowohl die Online-Lehre verbessern als auch (Un)gleichheit in der Ausbildung thematisiere sowie dabei unterstützen, Strategien zur Einführung von Vielfalt und Inklusion als Studienziele zu entwickeln und als zentrales Konzept in der Hochschulbildung zu etablieren.

Die Toolkits und der MOOC sind auf der Website kostenfrei verfügbar.

Clash of Realities

»Clash of Realities – Conference on the Art, Technology and Theory of Digital Games««

Konferenz | 2006 - 2022 | Projektförderer waren u. a. die Film- und Medienstiftung NRW, die Stadt Köln und Electronic Arts


Von 2006 bis 2022 veranstaltete die TH Köln einmal jährlich die Konferenz »Clash of Realities – Conference on the Art, Technology and Theory of Digital Games« in Köln. Die Konferenz bot Experten, Lehrenden und Studierenden unterschiedlichster Fachbereiche interdisziplinären Austausch im Rahmen von Vorträgen, Präsentationen, Diskussionsrunden und Workshops zu Design, technologischen Entwicklungen der gesellschaftlichen Wahrnehmung von digitalen Spielen.

Verantwortlich für die inhaltliche Gestaltung waren das Cologne Game Lab und das Institut für Medienforschung und Medienpädagogik der TH Köln, die ifs Internationale Flmschule Köln, das Institut für Medienkultur und Theater der Universität zu Köln, Electronic Arts, Eyes and Ears of Europe sowie die AG Games.

Initiatoren: Prof. Dr. Gundolf S. Freyermuth (ifs / CGL), Prof. Björn Bartholdy (CGL)