news / Awards

Still »Charly«
© Antonia Schäfer

CHARLY

Hofer Goldpreis 2021

Der Hofer Goldpreis der 55. Internationalen Hofer Filmtage geht 2023 zu gleichen Teilen an die Regisseurin und Absolventin der ifs Internationale Filmschule Köln, Alisa Kolosova, für den ifs-Abschlussfilm »CHARLY« und an den Regisseur Lukas Röder für seinen Film »Gehirntattoo«.
Der Hofer Goldpreis der Friedrich-Baur-Stiftung zeichnet die Erstlingsarbeit einer Regisseur*in für einen Langspielfilm deutscher Produktion aus, die in Hof Premiere feiert. Er ist mit einem Wert von zurzeit ca. 36.000,- € in zertifiziertem Gold dotiert, und gehört damit zu den höchstdotierten Preisen für Nachwuchsfilmemacher*innen. Vergeben wird der Preis durch die Bayerische Akademie der schönen Künste in memoriam Heinz Badewitz, mit ihm verbunden ist eine einjährige Mentoren-Beratung, die in diesem Jahr von Juror Philip Gröning – Filmemacher und Leiter der Abteilung Film- und Medienkunst der Bayerischen Akademie der Schönen Künste – übernommen wird.

In dem Spielfilm »CHARLY« (Regie: Alisa Kolosova, Drehbuch: Zoe Hagen, Produktion: Luisa Beu-schlein, Kamera: Antonia Schäfer, Editing & Sounddesign: Lukas Sydney Loßdörfer, Szenenbild: Lea Preuße, 60 Min.) erlebt die gleichnamige Protagonistin bei dem Versuch, zu ihrem Verlobten zurückzukehren, eine unerwartete Reise mit außergewöhnlichen Begegnungen, die sie stattdessen auf den Weg zu sich selbst führen. Der Abschlussfilm der ifs wurde von der Film- und Medienstiftung NRW gefördert.

Die Begründung von Juror Philip Gröning: „Das Kino ist ein Messgerät. Es kann alles messen. Das Herz der Messung aber ist der Zuschauer selbst. Wie Charly, nach dem Zerbrechen ihrer Lebensbeziehung traumartig durch Deutschland wandernd sich und ihre Weltsicht wieder aufbaut und heilt, das ist das eine, was hier erzählt wird. Wie aber ein Deutschland und Menschen, Situationen, die allesamt unter der medialen Ausbeutung verschollen sind, hier wieder langsam sichtbar werden, das ist das andere. Es ist nichts, was erzählt wird. Es ist eher etwas, was dem Zuschauer zustößt. Im besten Sinne des Wortes. Charlys irrender Reise folgend bewegt sich schließlich auch die Form des Films: Fort von einer Logik des persönlichen und narrativen Funktionierens und hin zu einer Logik der Vernetzung, der Zufälle die nutzlos erscheinen, und doch in einen Sinn fallen. Dem schauen wir zu. Einer Häutung, die zum Wachstum wird. Langsam, vielschichtig, poetisch.“

Regisseurin und Preisträgerin Alisa Kolosava: „‘Charly‘ war für uns alle ein Herzensprojekt. Dieser Preis geht an jede und jeden Einzelnen von uns, die ihr Herzblut in diesen Film gesteckt haben. Ich bin so glücklich und stolz, dass unsere Arbeit mit dieser besonderen Auszeichnung und Anerkennung belohnt wird. Für mich persönlich bedeutet es, dass ich in meiner Arbeit als Regisseurin weiter unterstützt und gefördert werde. Das ist nicht nur ein großes Lob, sondern schenkt mir vor allem Mut und Kraft. Vielen Dank an die Hofer Filmtage, die Bayerische Akademie der schönen Künste und die Friedrich-Baur-Stiftung für diese Ehre!" so Regisseurin und Preisträgerin Alisa Kolosova.