Mr. Bond wacht auf und ist nicht überrascht: eiserne Schnallen, ein fieser Bösewicht und der obligatorische Superlaser, der Bonds Gemächt zu vaporisieren droht. Routiniert spricht James seine Sätze, doch Segway und Superschurke rauschen unbeeindruckt davon. Sprachlos liegt er plötzlich ganz alleine da. Ganz wie im falschen Film, versagen seine Gadgets und eigentlich alle Genreversprechen. Doch dann der geniale Einfall. James Bond setzt alles auf eine Karte um seine Juwelen zu retten. Mit Saugnapf und Spezialuhr angelt er sich ein Telefon und befiehlt der Zentrale: „Shut the reactor down!“ Mit der Lichtquelle des Kraftwerks erlöschen auch die Lichter am Horizont. Nur der Laser brennt weiter... Genießerisch lauscht der Bösewicht den dumpfen Schreien. Von hoch oben auf dem Damm seines unabhängigen Wasserkraftwerks, - dahinter beginnt sein großer Windpark - lacht er sein Bösewichtlachen in die Nacht.
MEAN, BUT GREEN.
Überproportionierte Gasleitungen, Rohre, Hebel, und Warnschilder wohin man schaut. „Lebensgefahr!“ Eine phantastische Location für Bösewicht mit nachhaltigem Größenwahn. Das Heizkraftwerk ist ein Ort voll mit riesigen Gerätschaften mit ungewisser Funktion. Für den Zuschauer bleiben sie die perfekte comic-hafte Kulisse einer Superschurkenbasis. Doch die Produktionsleitung Mau Adlawan weiß um ihr „Real Life“- Abenteuer. 15 Minuten Vorwarnung bekommt das Team, falls das funktionstüchtige Werk angeschmissen werden muss und der Raum zu kochen beginnt. In der Nacht vor Drehbeginn kühlte das Werk noch vom letzten Einsatz. Dem Regisseur Lino Rettinger ist das nur recht. Das ganze Team ist hochkonzentriert und es braucht kaum Regiearbeit, um den viralen James Bond Björn Bugri um sein Leben schwitzen zu lassen. Der Bösewicht Rainer Laupichler verwächst derweil mit seinem Segway und rauscht böse kichernd über die Gitter. Auch Janosch Götze an der Kamera schwitzt. Er meistert den visuellen Drahtseilakt zwischen Bond-Look mit Millionenbudget und dem Look einer Persiflage. Und dann sind da noch ca. 30 andere passionierte schwitzende Menschen, die zwischen Rohren, Kabeln und Hebeln herumschwirren und perfekte Arbeit leisten. Am Ende steht ein schöner hochqualitativer Film und nur die Postproduktionsabteilung hätte eine echte Explosion vor der Kamera eigentlich auch ganz interessant gefunden.