event / Screening

Der Kuaför aus der Keupstraße

»ifs-Begegnung« mit »Der Kuaför aus der Keupstraße«

Informationen

Auf der Leinwand:   

»Der Kuaför aus der Keupstraße«
(Spielfilm, D 2015, 98 Min.; Regie: Andreas Maus, Produktion: Coin Film / WDR, Kamera: Hajo Schomerus)

Eine Veranstaltung anlässlich des 20. Jahrestags des Nagelbombenanschlags in Köln in Kooperation mit der Initiative „Keupstraße ist überall!“.
Anschließend Filmgespräch mit Regisseur Andreas Maus, DoP und ifs-Professor Hajo Schomerus, Autor und Theaterregisseur Nuran David Calis (u. a. »Die Lücke«),
moderiert von Sonja Hofmann (Festivalleiterin Kinofest Lünen und Geschäftsführung Filmbüro NW e.V.)

Am 9. Juni 2004 explodierte eine Nagelbombe vor dem Geschäft des Friseurs Özcan Yildirim in der Keupstraße in Köln. Schnell wird er in den Augen der ermittelnden Behörden zum potentiellen Täter. Er wird kriminalisiert – und mit ihm eine ganze Straße, eine Gemeinschaft mit Migrationshintergrund. Erst sieben Jahre später werden die wahren Täter enttarnt, die Rechtsterroristen des selbsternannten Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU).
Die Ermittlungen gegen die Opfer werden eingestellt, aber es haben sich tausende Seiten Ermittlungsakten angehäuft, die das skandalöse Vorgehen der Behörden dokumentieren.

Der Kölner Filmemacher Andreas Maus rekonstruiert nicht nur die Geschichte des Anschlags und seiner blinden „Nicht-Aufklärung“, sondern gibt jenen eine Stimme, die lange niemand hören wollte – den Opfern. In seinem Film dokumentiert er die Polizeiverhöre, die mit Schauspielern szenisch nachgestellt werden. Sukzessive wird freigelegt, dass für die ermittelnden Behörden vor allem die Überführung der Opfer als Täter im Mittelpunkt stand und ein ausländerfeindliches Motiv nicht ernsthaft in Betracht gezogen wurde.

Auf eindrückliche Weise zeigt »Der Kuaför aus der Keupstraße« wie tiefgreifend der Bombenanschlag, aber vor allem auch die Verdächtigungen danach, das Leben im Kölner Stadtteil Mülheim erschüttert haben.
»Der Kuaför ... « war der erste Kinodokumentarfilm zu den NSU-Verbrechen, der die Frage einer strukturellen Fremdenfeindlichkeit in Deutschland aus der Perspektive der Betroffenen beleuchtet.

Im anschließenden moderierten Gespräch geht es ausgehend von dem Film darum, wie künstlerische Auseinandersetzungen, insbesondere im Film und Theater, zivilgesellschaftlich zu Aufarbeitungsprozessen beitragen können.
Die Initiative „Keupstraße ist überall!“ wurde 2013 als Reaktion auf den Anschlag und den skandalösen Umgang mit den Opfern gegründet. Die Initiative hat es sich zum Ziel gesetzt, die Betroffenen zu unterstützen und gemeinsam ein Zeichen gegen Rassismus und Ausgrenzung zu setzen.

Eine Veranstaltung der ifs Internationale Filmschule Köln in Kooperation mit der Initiative „Keupstraße ist überall!“ im Rahmen des Filmforums NRW e.V.

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